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Gebäudekunde ist die Lehre der Architektur als ganzheitliches System, in dem keinem Aspekt eine vorrangige Stellung eingeräumt wird. Gesellschaftliche, logistische, technische und ästhetische um Systeme formen ein Produkt. Wie diese Betrachtungsebenen in einen komplexen baulichen Organismus einfließen, wie sie sich in einem kontinuierlichen Planungsprozess gegenseitig bedingen und auf diese Weise neue Lösungen produzieren, ist der Inhalt des Faches Gebäudekunde.

Das Fach beinhaltet somit die Lehre der baulichen Elemente eines Gebäudes und ihr Zusammenspiel in komplexen Architekturräumen. Dabei werden sowohl der einzelne Raum betrachtet als auch die größeren Zusammenhänge in Systemen von Raumfolgen. Neben den geometrisch bestimmbaren Größen wie Dimensionen und Proportionen werden die übergeordneten Parameter betrachtet, die wesentlich zur Stimmung von Räumen beitragen, besonders Lichtführung und Oberflächen, Farbe, Material und Struktur. Grundlage aller Betrachtungen ist der Gebrauchswert der Gebäude, ihre Funktionalität, und die gesellschaftliche Rolle, die ein Gebäude in einem schon vorhandenen Kontext einnimmt, sei es ein städtischer, sei es ein landschaftlicher Raum.

Während im Bachelorstudium die Anwendung der Grundelemente von Architekturräumen in ihren komplexen Systemen gelehrt wird, wendet sich das Masterstudium den experimentellen Bereichen zu. Typologien von Gebäuden werden bestimmt und ihre Gesetze werden auf fremde oder andere Typologien oder besondere Kontexte angewendet. Dabei spielt die Einordnung in die zeitgenössische (internationale) Architekturdiskussion eine wesentliche Rolle.

zuletzt bearbeitet am: 23.08.2018